FACHÄRZTE FÜR MUND-, KIEFER- UND GESICHTSCHIRURGIE

PLASTISCH-ÄSTHETISCHE UND REKONSTRUKTIVE GESICHTSCHIRURGIE

DENTO-MAXILLOFACIALE RADIOLOGIE UND VIRTUELLE PLANUNG

Dr. Dr. med. T. Bottler — Dr. Dr. med. M. Baltensperger — Dr. Dr. med. R. Lebeda — Dr.(Gr) Dr. med.dent. (F) H. Thuau FRCS(omfs) — PD Dr. med. W. Engelke
Falken Mellingerstrasse 2a, CH-5400 Baden
Tel. +41 56 222 99 90, Fax +41 56 222 99 86, baden@kiefergesichtschirurgie.ch

Hinweise für Patienten

Orthognathe Chirurgie – Postoperatives Verhalten

Die moderne orthognathe Chirurgie (Umstellungsosteotomien im Ober- und Unterkiefer) bietet heute viele Vorteile. Allerdings ist jeder chirurgische Eingriff mit einigen Unannehmlichkeiten verbunden, über die wir Sie im Folgenden informieren und vorbereiten möchten. Selbstverständlich dürfen Sie uns aber bei individuellen Fragen auch jederzeit persönlich kontaktieren.

Schmerzen

Nach der Entlassung aus dem Spital bzw. aus der Klinik/Praxis werden Sie ein Schmerzmedikament mit nach Hause erhalten. Es handelt sich dabei in der Regel um ein nicht steroidales Antirheumatikum (z. B. Ponstan, Dafalgan (Brause) etc.), welches Sie 2 bis 3 Mal täglich auf den nicht nüchternen Ma-gen einnehmen sollten. Bitte verwenden Sie keine Aspirin-Produkte, diese erhöhen die Blutungsnei-gung.

Schwellung

Postoperativ wird es zu einer signifikanten Schwellung im Bereich des Gesichts auf Grund der Chirur-gie kommen. Im Allgemeinen wird die Schwellung etwa am 3. Tag am grössten sein, im Anschluss daran wird sie über eine Zeit von ein bis zwei Wochen sukzessive zurückgehen, so dass sie nach etwa zwei Wochen kaum mehr wahrgenommen werden kann.

Während des chirurgischen Eingriffs und Ihres Spital- bzw. Klinikaufenthalts sind wir darauf bedacht, die Schwellung so gering wie möglich zu halten. Zur Schwellungsreduktion helfen Eisbeutel, welche sie beidseits im Gesicht anwenden sollten. Nach dem 3. Tag kann die Schwellung nicht mehr gross beeinflusst werden, ein Einsatz der Eisbeutel ist aber natürlich weiterhin möglich. Ab dem 5. Tag kön-nen Sie eine Reduktion der Schwellung mit Hilfe von milder Wärme auf das Gesicht (Wärmebeutel) erreichen. Dies im Intervall von jeweils 30 min. Es ist auch wichtig, dass Sie nach dem Eingriff und für die weiteren 10 Tage versuchen, mit einem leicht erhöhten Oberkörper zu schlafen, (wir empfehlen das Höherstellen des Kopfteils der Matratze oder 2–3 Kopfkissen).

Übelkeit

Während der Operation erhalten Sie Mittel gegen Übelkeit. Es ist aber möglich, dass bei Ihnen nach der Entlassung Übelkeit auftritt, wobei diese hauptsächlich durch das Schlucken von etwas Blut, be-dingt durch die Operation oder von der Schmerzmedikation kommt. Es gibt einige einfache Verhal-tensweisen, welche sie bei Übelkeit anwenden können:

  • Setzen Sie sich oder legen Sie sich hin. Bewegung – speziell Umhergehen – kann Übelkeit hervor-rufen.
  • Trinken Sie klare Flüssigkeit oder leicht kohlensäurehaltige Getränke.
  • Verzichten sie auf die Einnahme von Schmerzmitteln.

Wenn sich keine Besserung einstellt, nehmen Sie mit dem Kieferchirurgen Kontakt auf.

Blutung

Nach orthognather Chirurgie ist es immer möglich, dass es zu kleineren Blutungen kommt, speziell wenn beide Kiefer operiert wurden. Diese Blutungen aus der Nase sind nichts Ungewöhnliches und in der Regel minim. Trotzdem können Sie diese mit Hilfe von Eisbeuteln und einem leichten Druck auf das Gesicht etwas mildern. Bei kontinuierlichen Blutungen sollten Sie unverzüglich mit dem Kieferchi-rurgen Kontakt aufnehmen.

Schluckbeschwerden

Nach orthognathen Eingriffen spürt der Patient häufig einen gereizten Hals, dies äussert sich vor allem beim Schlucken und hat im Wesentlichen mit dem durch die Anästhesie eingeführten Beatmungstubus zu tun. Zudem kann das Schlucken durch die Gesichtsschwellung etwas beeinträchtigt werden, welche die Beweglichkeit des Unterkiefers einschränkt.

Sie sollten aber nach dem Eingriff so schnell wie möglich kalte Flüssigkeiten zu sich nehmen sollten. Beginnen Sie mit schluckweisem Einnehmen von Eiswasser. Dies mag möglicherweise zu Beginn etwas schwierig sein, wird Ihnen aber helfen, sich möglichst gut und schnell vom Eingriff zu erholen. In den ersten Tagen nach dem Eingriff, wenn die Schwellung am grössten ist, wird die Einnahme ver-mutlich auf Flüssigkeiten und weiche Kost beschränkt sein. Sobald sich die Schwellung vermindert, können Sie beginnen, weiche Kost zu sich zu nehmen (Pasta, Reis, Pudding, Eis, etc.). Auf harte Speisen (Karotten, hartes Brot, Äpfel, Steak etc.) sollten Sie gänzlich verzichten. Achten Sie grund-sätzlich auf einen ausgeglichenen Nährgehalt.

Splint (Plastik-Schiene), Gummizüge

Unmittelbar nach der Operation werden Sie möglicherweise einen Plastiksplint zwischen den Zähnen tragen und die obere und untere Zahnreihe wird über Führungsgummizüge zusammengehalten. Am 1.–2. Tag nach der Operation wird ein Teil der Gummizüge entfernt bzw. durch den Kieferchirurgen aus-gewechselt. Der Splint wird möglicherweise gänzlich entfernt.

Mundhygiene

Eine sorgfältige Mundhygiene nach dem operativen Eingriff ist von grösster Wichtigkeit und vermin-dert mögliche postoperative Komplikationen wie beispielsweise eine Infektion. Die Zähne können mit einer weichen Zahnbürste gereinigt werden (am besten eignet sich hier eine schmale Kinderzahnbürs-te). Verwenden Sie täglich 3 Mal ein Mundspülmittel (z. B. Dentohexin); vor allem nach jeder Mahlzeit.

Aktivitäten

Je früher sie zu einer normalen Aktivität zurückfinden, desto schneller erholen Sie sich vom Eingriff. Es ist möglich, dass Sie unmittelbar nach dem Eingriff – aufgrund der Anästhesie und des Eingriffs selbst – zur Bettruhe neigen. Sie erholen sich allerdings schneller, wenn Sie nicht den ganzen Tag im Bett liegen. Unternehmen Sie in den ersten Tagen nach der Operation kleine Spaziergänge oder ande-re, nicht zu anstrengende Aktivitäten. Die ermöglicht Ihnen auch nachts besser zu schlafen. Versuchen Sie in einen normalen Rhythmus zurückzugelangen und steigern Sie ihre tägliche Aktivität. Auf Kon-taktsportarten sollten sie für mindestens 10 Wochen nach dem Eingriff verzichten.

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